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In unserer Arbeit mit dem Pferd folgen wir in den Fußstapfen der alten Meister. Die Ausbildungsmethode, die wir praktizieren und lehren, ist geprägt von unseren Lehrern, die alle entweder aus der Egon von Neindorff’schen Schule oder aus der Tradition der alten Spanischen Reitschule stammen. Auch die hinterlassenen Schriften der großen Reiter und Denker aus den letzten fünf Jahrhunderten haben uns maßgeblich beeinflußt, wobei ich vor allem Gustav Steinbrecht, Ernst Friedrich Seidler und Friedrich von Krane hervorheben möchte. Alois Podhajsky, Waldemar Seunig und Nuno Oliveira spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
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![]() Shana Ritter auf dem Andalusier Hengst, Brio
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          Pferdegymnastik ist nicht nur für Dressurpferde geeignet, sondern auch Springpferde, Vielseitigkeitspferde, Freizeitpferde, Fahrpferde und sogar Westernpferde und Gangpferde verbessern sich hinsichtlich ihrer Rittigkeit, ihrer Zuverlässigkeit, ihrer Geschmeidigkeit und ihrer Gesundheit. Dressurarbeit sollte immer Grundlagenarbeit sein. Fehler, die in schweren Lektionen auftreten, sind eigentlich immer auf Schwächen in der Grundausbildung zurückzuführen. Systematische Grundlagenarbeit wird im Laufe der Zeit jedem Pferd innerhalb seiner natürlichen Grenzen zur höchsten Entfaltung seiner Talente verhelfen. Dabei werden schwere Lektionen in dem Maße reitbar und relativ gesehen immer einfacher, je perfekter Pferd und Reiter die Grundlagen beherrschen. Das ist einerseits für manche Reiter vielleicht frustrierend, weil es keine Abkürzung gibt, keinen Ersatz für tägliche ehrliche Arbeit. Andererseits ist es beruhigend zu wissen, dass man früher oder später unweigerlich am Ziel ankommt, wenn man nur immer gewissenhaft seine Hausaufgaben macht.
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          Die alten Meister lehrten, dass Gleichgewicht und Geschmeidigkeit die Eckpfeiler der Dressur sind. Das Gleichgewicht setzt sich zusammen aus einem Tempo, das so regelmäßig ist wie ein Metronom, und der perfekten Ausrichtung der Hüften und Schultern des Pferdes auf den gerittenen Hufschlaglinien (mit anderen Worten: Geraderichtung). Dabei ist es von allergrößter Wichtigkeit, dass Zirkel und Volten rund sind und gerade Linien wirklich gerade. Daher muß auch jede gymnastische Trainingseinheit mit dem korrekten Reiten der Hufschlagfiguren in einem gleichmäßigen Tempo beginnen. Auf dieser Grundlage können sich dann die Losgelassenheit, die gleichmäßige, feine Anlehnung, sowie Schwung und Versammlung entwickeln bzw. erarbeitet werden.
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![]() Thomas Ritter auf der Lipizzaner Stute, Electa, in der Piaffe
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          Jede Interaktion mit dem Pferd, jede Hilfe, jede Übung oder Lektion ist eine Lernerfahrung für das Pferd und macht es entweder besser oder schlechter. Es gibt keinen Mittelweg. Man muß deswegen unbedingt darauf sehen, daß alles immer auf eine Verbesserung abzielt und daß man den Erfolg aus Gedankenlosigkeit nicht selber sabotiert. Die Ausbildung muß das Pferd immer zuverlässiger und gehorsamer machen und es besser auf die Reiterhilfen abstimmen, ganz gleich in welchem Rahmen oder unter welchen Umständen es geritten wird.
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          Da (klassische) Dressur naturorientiertes Reiten sein soll, müssen die Lektionen, die man dem Pferd beibringt, entweder von ihm auch in Freiheit gezeigt werden, so wie fliegende Galoppwechsel, Piaffe, Passage und Schulen über der Erde, oder sie müssen gymnastische Übungen sein, die das Gleichgewicht, die Geraderichtung oder die Geschmeidigkeit des Pferdes verbessern, wie z.B. die Seitengänge. Lektionen, die nicht unter diese Kategorien fallen, schließen wir von der Ausbildung aus. Lektionen, die ohne positive gymnastische Auswirkung auf Gang und Haltung geritten werden, sind nur Kunststückchen. Sie wurden früher als „Pudeldressur“ bezeichnet und haben keine Daseinsberechtigung in einer gymnastischen Dressurausbildung.
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